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Medaka Steckbrief für Anfänger

Steckbrief Medaka

Medaka Weibchen der Zuchtform „Miyuki“

Wissenschaftlicher Name Oryzias latipes bzw. Oryzias sakaizumii

Deutsche Bezeichnung

Japanischer Reisfisch Natürliche Verbreitung Weite Teile Japans, darüber hinaus   sind auch Populationen aus Korea, China und Vietnam bekannt Maximalgröße knapp 4 cm Höchstalter < 3 Jahre

Empfohlene Wasserwerte

10-28 °C; pH 6,8-8,0; 4-22 °dH;  100-1.100 µsiem/cm Temperaturtoleranz 4-36 °C(nicht dauerhaft)

Ernährung

Futtergranulat, Lebend- und  Frostfutter in maulgerechter Größe Behältergröße zur Dauerhaltung       > 20 l  

Vermehrung

Haftlaicher

Allgemeines

Mit mittlerweile mehr als 1.000 bekannten Zuchtformen ist der Medaka gleichzeitig ein klassischer Aquarien- und auch ein Freilandfisch für die wärmere Jahreszeit (in größeren Behältern auf Balkon, Terrasse und im Garten). Im Freiland lässt er sich ohne großartige Arbeit in Kübeln, Schalen und kleinen Teichen pflegen, die auch gerne bepflanzt sein dürfen.

Vergesellschaftung

Medaka lassen sich durchaus mit anderen Friedfischen vergesellschaften, am wohlsten fühlen sie sich aber im Artenbecken. Der Nachwuchs von Zwerggarnelen könnte als Beifutter angesehen werden. Kleinere Schnecken, insbesondere Posthornschnecken, kümmern sich um Futter- und Kotreste im künstlichen Reisfischlebensraum.

Vermehrung

Gewöhnlich paarweises Ablaichen während der Morgenstunden. Anschließend trägt das Weibchen eine mehr oder weniger große Laichtraube vorübergehend mit sich herum. Bis zum frühen Abend werden die Eier einzeln oder als Traube an Wasserpflanzen bzw. einem künstlichen Laichsubstrat abgestreift und sind fortan sich selbst überlassen. Die Eientwicklung ist primär von der Wassertemperatur abhängig und kann im günstigsten Fall (> 27 °C) bereits nach 6 Tagen abgeschlossen sein, aber auch 14 Tage und länger dauern (<20 °C). Dauerhafte Temperaturen unter 10 °C führen zum Absterben der Larven.

Aufzucht

Spätestens 48 Stunden nach dem Schlupf ist der Dottervorrat der Larven abgebaut, sie benötigen Nahrung. Eine Suspension aus Blütenpollen, feinstes Staubfutter (kann man im Mörser selbst herstellen), Infusorien und (wirklich nur) gerade frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien können als Erstfutter gereicht werden. Bei Temperaturen > 24 °C, regelmäßigem Wasserwechsel und einer ausgewogenen Ernährung (am besten mehrmals am Tag kleine Portionen) ist das Wachstum der jungen Medaka sehr zügig. Einzelne Tiere können so bereits im dritten Lebensmonat die Geschlechtsreife erreichen!

Geschichte des Medaka in Deutschland

In Japan hat die Haltung des Medaka eine sehr lange Tradition. Bereits seit der Edo Zeit (ab 1603) wurde dieser Fisch auch privat gehalten.

Zwischen 1896 und 1897 erreichten die ersten Lebendimporte und zwar in einer rötlichen Variante das damals in Deutschland aufstrebende Hobby Aquaristik. Sie konnten sich aber in Deutschland nicht etablieren, und verschwanden wieder aus dem Hobby.

1906 überführten D.S. Jordan & J.O. Snyder diese Art in die von Ihnen extra neu errichte Gattung Oryzias, in die sie bis heute geblieben ist. Die Art heißt heute also immer noch Oryzias latipes bzw. die aus dem Norden Japans kommende, neu beschriebene Art Oryzias sakaizumii (bis 2011 O. latipes).

Danach wurden immer mal wieder japanische Reisfische (Medaka) eingeführt, aber erst seit 2015 wächst die Fangemeinde des japanischen Reisfisches und hier speziell der daraus enstandenen Zuchtformen langsam aber sicher!

Jungtiere von Medaka „Shinkai – Deep sea“

Wissenschaftliches & Wissenswertes zum Medaka

Oryzias. latipes und der 2011 neu beschriebene Oryzias sakaizumii (japanischer Reisfisch) wird in Japan als Medaka bezeichnet, und dieser Name wurde auch außerhalb Japans übernommen. Die Zuchtformen werden in Japan als Moderner Medaka (Kairyō-Medaka) und seine Wildformen Oryzias latipes (Minami-Medaka) und Oryzias sakaizumii (Kita-Medaka) bezeichnet. Die Gattung wird in der Unterfamilie „Oryziinae“ der Familie „Adrianichthydae“ (Reisfische) geführt. Adrianichthydae zählt zur Ordnung „Beloniformes“ (Hornhechte) aus der Klasse „Actinopterygii“ den Strahlenflossern. Es sind also wissenschaftlich gesehen auch keine Killifische obwohl sie von den Japanern auch gerne als „japanischer Killifisch“ bezeichnet werden.