Interview mit Hyeonjong Jo (Südkorea)

Autor: Maggie Haller

Das Medakafieber greift um sich. Neben Europa tut sich auch in Nordamerika langsam was. Aus Asien hört man aber abgesehen von Japan recht wenig. Vermutlich liegt es an einer Mischung aus Sprachbarriere und Distanz. Deshalb habe ich meinen Freund Hyeonjong gebeten, mir mal nach Vorlage von Axels Medaka Interview ein bisschen was über die Medakaszene im Land der Morgenstille zu erzählen.

Miyuki Medaka und Seerose

Maggie Haller
Hallo Hyeonjong! Danke, dass ich dich interviewen darf! Wie bist du denn zu den Medaka gekommen? Seit wann hältst du sie und was fasziniert dich an ihnen?

Hyeonjong Jo
Ich fasziniere mich für Tiere schon seit ich klein war. Mein Großvater hatte bereits Aquarien, ich wuchs also damit auf. Und als ich dann im Aquaristikladen sah, dass Hi Medaka verkauft wurden, nahm ich sie mit und zog sie auf. Das war der Beginn meiner Medakazucht. Mittlerweile halte und züchte ich Medaka seit 10 Jahren. Ich denke, was Medaka so besonders macht, ist ihre Widerstandsfähigkeit. Sie fressen nahezu jedes Futter und können auch im Winter draußen gehalten werden.

Red Emperor Medaka

Maggie Haller
Welche Stämme hast du? Hältst du neben den Medaka noch andere Tiere?

Hyeonjong Jo
Zur Zeit halte ich Hi Medaka, Shiro Medaka, Red Emperor, Deep Sea, Amber Lamé, Gold Lamé, Black Aurora Lamé, Red & White Lamé, Tricolor Lamé, Shiro Lamé, Mebina Lamé, White Miyuki und eine wilde Oryziasvariante aus Korea. Die meisten meiner Fische sind Miyuki und Red Emperor [Anm.: Hierzulande als Red King bekannt].

Ich halte aber nicht nur Medaka. Süßwasserfische, Meerwasserfische, Hunde, Katzen … Ich hatte früher auch ein Pferd.

Wildfänge aus Korea

Maggie Haller
Mir sind einige Unterschiede aufgefallen zwischen der Medakahaltung in Japan und hier in Europa. Wie hältst du deine Medaka?

Hyeonjong Jo
Viele Leute hier halten ihre Medaka genau wie Guppys und im Vergleich zu Japan züchten die Koreaner viel mehr drinnen als draußen. Ich selbst halte meine Medaka draußen in Bottichen, in denen auch Seerosen und Lotus wachsen. Gefüttert wird hauptsächlich mit Wasserflöhen und kommerziellem Fischfutter. Zusätzlich fressen die Medaka auch die Mückenlarven, die in den Bottichen natürlich vorkommen.

Medakazucht in Korea

Maggie Haller
Hier in Europa wächst die Fangemeinde langsam aber sicher. Wie ist das in Korea? Gibt es viele Medakahalter und -züchter? Woher bekommt man Medaka in Korea normalerweise?

Hyeonjong Jo
In Korea gibt es bei weitem nicht so viele Züchter wie in Japan, aber vermutlich mehr als in Europa. Die Anzahl wächst stetig Schritt für Schritt. Wenn man Medaka sucht, bekommt man einige Varianten im Aquaristikgeschäft oder natürlich beim Züchter.

Maggie Haller
Was wünscht du dir für die Medakaszene in Korea und international?

Hyeonjong Jo
Ich hoffe, dass Medaka noch beliebter werden als Guppys und noch mehr verschiedene Stämme nach Korea importiert werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich Österreich, Deutschland und Korea in Zukunft noch viel über Medaka austauschen könnten!

Miyuki Medaka im Seerosen Becken

2 Gedanken zu „Interview mit Hyeonjong Jo (Südkorea)

  1. Pingback: Medaka Interview mit einem Züchter aus Südkorea | medaka projekt メダカプロジェクト

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